Was leistet die gesetzliche Pflegeversicherung?

Grundversorgung per Gesetz! Was bedeutet das?

Der Gesetzgeber sorgt durch die gesetzliche Pflegeversicherung für eine Basisabsicherung im Pflegefall. Hierbei handelt sich dabei um eine Grundversorgung.

Wer ist pflegebedürftig?

„Laut Sozialgesetzbuch XI sind Personen pflegebedürftig, die in erheblichem oder höherem Maße Hilfe benötigen:
wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankung oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens (z.B. Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung)
auf Dauer – voraussichtlich für mindestens sechs Monate“

Festlegung der Pflegestufe

Die Höhe der gesetzlichen Pflegeleistung hängt von der Pflegestufe ab. Diese bestimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) bzw. MEDICPROOF abhängig von dem zeitlichen Umfang, den die täglichen Gesamtpflegeleistungen mit Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) benötigen. Weitere Kriterien für die Einstufung ist die Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung (Waschen, Putzen etc.).

Beispiel: Einstufung in Pflegestufe II
Der Hilfebedarf beträgt mindestens 3 Stunden, davon 2 Stunden für die Grundpflege.
Die Grundpflege erfolgt mindestens 3-mal täglich.

Art der Pflege
Für die Leistung ist auch die Art der Pflege relevant:
Bei ambulanter Pflege durch Angehörige, Nachbarn etc. (Laienpflege) wird ein Pflegegeld gezahlt.
Bei professioneller Pflege (Pflegedienst, Pflegeheim) werden die Kosten bis zu einem Höchstsatz je Pflegestufe erstattet.
Möglich ist auch die Kombination von Laien- und Profipflege.

Beispiel: Einsatz eines Pflegedienstes
Die Kosten müssen bei der Pflegekasse anhand von Belegen nachgewiesen werden.
Je nach Pflegestufe erstattet die Kasse davon max. 450 EUR (I), 1.100 EUR (II) bzw. 1.550 EUR(III).
Betragen die Kosten z. B. in Pflegestufe II 2.000 EUR, übernimmt die Kasse 1.100 EUR.

Einschränkung der Alltagskompetenz
Unabhängig von der Pflegestufe erstattet die Pflegekasse je nach Umfang der Einschränkung der Alltagskompetenz zusätzlich die Kosten für Betreuung und allgemeine Beaufsichtigung in Höhe von 100 EUR/200 EUR monatlich.

Beispiel: Einschränkung durch Demenz
Die Alltagskompetenz ist erheblich eingeschränkt, wenn z. B. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs und Verursachen von gefährdenden Situationen dauerhaft und regelmäßig festgestellt wird und eine Aufsicht erfordert.