Kfz-Diebstahl - Sicherheitslücken bei Funkschlüsseln

Funkschlüssel für’s Auto sind heute der Normalfall. Doch sind sie auch wirklich sicher?

Gerade in der letzten Woche wurde bekannt:

IT-Forscher haben erhebliche Sicherheitslücken bei Funkschlüsseln aufgedeckt. Über 100.000 Autos sollen hiervon betroffen sein. Die Schlüssel können leicht geknackt werden, Autodieben wird ihre Arbeit dadurch erleichtert.

Bin ich im Rahmen meiner Kfz-Versicherung geschützt, wenn mein Auto über einen geknackten Funkschlüssel gestohlen wurde oder Teile aus meinem Auto entwendet wurden?

Für den Versicherungsschutz ist es zunächst einmal egal, wie schnell und einfach und auf welche Art und Weise ein Fahrzeug geknackt wurde. Für den entstandenen Schaden kommt die Kfz-Teilkasko- bzw. Vollkasko-Versicherung auf.

Wenn „nur“ Dinge aus dem Auto gestohlen wurden, so werden diese ersetzt sofern sie fest eingebaut waren (festinstallierte Navis, Radios, Bordcomputer) oder ausschließlich dem Gebrauch im Fahrzeug gedient haben wie etwa ein Kindersitz.

Wertsachen, die im Auto lagen und nicht zu den oben genannten Kategorien zählen (Smartphone, Laptop, Handtasche, Portemonnaie, Sonnenbrille) werden hingegen nicht ersetzt.

Auto weg – was nun?

Der Diebstahl muss der Versicherung unmittelbar gemeldet werden. Diese benötigt folgende Angaben bzw. Dokumente:

  • Nachweis, dass eine Strafanzeige bei der Polizei gestellt wurde
  • alle Fahrzeugschlüssel und -papiere
  • Abmeldebescheinigung der Zulassungsstelle
  • Schriftliche Schadenanzeige des Versicherungsnehmers
  • Angaben zum Wert des Fahrzeugs

Kann ich mich vor Diebstahl schützen?

Eine 100-prozentige Absicherung gegen den Autodiebstahl gibt es sicherlich nicht. Dennoch sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten und es potenziellen Dieben so schwer wie möglich machen:

  • der sicherste Abstellplatz für ein Auto ist die abschließbare Garage. Wer die nicht hat, sollte sein Fahrzeug möglichst auf gut beleuchteten und belebten Straßen abstellen.
  • ziehen Sie auch bei kürzester Abwesenheit auf jeden Fall den Zündschlüssel und schließen sie Türen, Fenster, Kofferraum sowie ein eventuell vorhandenes Cabriodach
  • lassen Sie keine Wertsachen im Auto liegen, die andere dazu verleiten könnten, Ihr Auto zu knacken
  • Achten Sie darauf, dass beim Abschließen mit dem Funkschlüssel ein akustisches und optisches Signal bemerkbar ist
  • Stellen Sie den Verlust Ihres Autoschlüssels fest, lassen Sie ihn in einer Fachwerkstatt sperren

 

 

 

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Blaue Kennzeichen für Mofas und Mopeds

Ab 01. März 2015 sind die bisherigen schwarzen Kennzeichen für Mopeds und Motorräder nicht mehr gültig.

Es gelten dann die neuen blauen Kennzeichen.

Wer trotzdem weiter mit seinem alten Kennzeichen fährt, macht sich strafbar und hat keinen Haftpflichtversicherungsschutz.

Für  Mofas und Mopeds gibt es folgende Punkte zu beachten:

  • sie müssen nicht wie PKW bei der Zulassungsstelle gemeldet werden, sondern benötigen lediglich eine Bertriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen
  • jedes Jahr gibt es bei den Kennzeichen eine neue Farbe, sie sind jeweils 1 Jahr  gültig (immer bis Ende Februar)
  • die Kennzeichen bekommt man direkt beim Versicherer

Für welche Fahrzeuge gilt ein solches Versicherungskennzeichen?

  • Kleinkrafträder, d.h. Mofas oder  Mopeds bis 50cm3 und bis 45km/h
  • Elektrofahrräder, die bei Geschwindigkeiten über 25km/h eine Tretunterstützung haben oder die eine tretunabhängige Unterstützung über 6 bis max. 45khm/h haben
  • Segways bis zu 20km/h
  • Quads und Trikes
  • E-Roller mit Betriebserlaubnis und bis max. 45km/h
  • Krankenfahrstühle mit Motor
  • Mofas und Mopeds aus DDR-Produktion, die bis 60km/h schnell sind und schon vor dem 01.03.1992 versichert waren

Ein paar Fakten:

2013 haben insgesamt rund 1,7 Millionen Mofas und Mopeds ca. 23.000 Haftpflichtschäden verursacht – Höhe ca. 59 Millionen Euro. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

3.200 versicherte Mopeds und Mofas wurden in 2013 entwendet, 24% weniger als im Jahr zuvor. Dennoch werden tendenziell häufiger Kleinkrafträder geklaut als z.B. PKW…

 

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Rückwärts aus der Parklücke

Wer rückwärts  aus einer Parklücke ausparkt, der muss besonders aufmerksam sein…

Für ihn gilt auf einem Parkplatz eine höhere  Sorgfaltspflicht als für einen Vorwärtsfahrenden, zumal wenn dieser Schritt-Tempo fährt und ausreichend Abstand zu den Parkbuchten hält.

Ein Fall, der vor dem Oberlandesgericht Saarbrücken verhandelt wurde, macht dies deutlich.

Was war geschehen?

Eine Frau setzte mit ihrem Auto rückwärts aus einer Parklücke eines Supermarktes und kollidierte dabei mit dem Auto einer Frau, die vorwärts auf dem Parkplatz fuhr. Es kam zu einem Zusammenstoß.

Wer hat Schuld?

Die Beklagte  Rückwärtsfahrerin gab an, sie sei davon ausgegangen, dass die vorwärtsfahrende Frau ihr das Ausparken aus der Parklücke ermöglichen wollte. Diese bestätigte zwar, dass es zu einem Blickkontakt zwischen ihr und der Beklagten gekommen sei, sie selbst sei allerdings der Meinung gewesen, ihre Unfallgegnerin bliebe stehen. Daher habe sie nicht angehalten, sondern sei im Abstand von 2,5 Metern an dem ausparkenden Auto vorbeigefahren. Der Unfall sei nur durch die Unachtsamkeit der Beklagten Ausparkerin entstanden.

Das Urteil hierzu:

Zunächst ging das Landgericht von einem gegenseitigen Verschulden der beiden aus und gab der Klage somit nur teilweise statt.

In der Berufung war das Oberlandesgericht Saarbrücken anderer Meinung:

Die Schuld ander Kollision läge allein bei der Beklagten. Die Richter waren der Ansicht,  dass sich gemäß §9 Absatz 5 der StVO ein Rückwärtsfahrender  auf einem Parkplatz so verhalten muss, dass eine Gefährdung anderer ausgeschlossen ist.

Die Urteilsbegründung lautet:

der rückwärts ausparkende Verkehrsteilnehmer müsse besonders vorsichtig sein, sich stetig umschauen, um sicher zu stellen, dass durch sein Zurücksetzen keine Gefahr für andere besteht. Kommt es dennoch zu einem Unfall mit einem hinter ihm vorbeifahrenden Fahrzeug, so ist es nach Ansicht des Gerichts der „Beweis des ersten Anscheins“ der  die Schuld des ausparkenden Fahrzeugs begründet. Es sei denn, er kann beweisen, dass er vor dem Zusammenstoß angehalten hat.

In diesem Fall konnte die Beklagte diesen Beweis nicht erbringen. Daher wurde ihr die volle Verantwortung für den Unfall zugesprochen.

 

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Falsch geblinkt

Das Oberlandesgericht Dresden hat im August 2014 ein Urteil zu folgendem Fall gesprochen:

Ein Fahrzeug ,das aus einer Seitenstraße kommend darauf wartet, auf eine Vorfahrtstraße biegen zu können, darf nicht allein auf den gesetzten Blinker des Fahrzeuges auf der Vorfahrtstraße vertrauen und losfahren. Der gesetzte Blinker sei  kein alleiniges eindeutiges Signal dafür, dass der Fahrer die Vorfahrtstraße tatsächlich verlassen will. Erst wenn neben dem Blinker ein weiteres deutliches Zeichen (wie z.B. ein Verlangsamen der Geschwindigkeit) hinzukommt, kann der Wartende davon ausgehen, dass es tatsächlich zu einem Abbiegen kommt und darauf vertrauen, dass er die Vorfahrt nicht mehr gewähren muss.

Was war genau geschehen?

Der Kläger hatte vor, mit seinem Fahrzeug aus einer Nebenstraße auf eine Hauptstraße zu biegen als sich auf dieser Straße von links das Fahrzeug des Beklagten näherte. Dieser hatte den rechten Blinker gesetzt, fuhr jedoch weiter auf der Hauptstraße geradeaus. Der Kläger jedoch vertraute darauf, dass das Abbiege-Manöver tatsächlich durchgeführt werden sollte, bog dementsprechend auf die Hauptstraße und es kam zur Kollision der beiden Autos.

Im darauffolgenden Rechtsstreit beschuldigten sich die beiden am Unfall beteiligten Personen gegenseitig.

Der Kläger meinte, er habe auf das Setzen des Blinkers, dem im Normalfall ein Abbiegen folgt, vertrauen dürfen. Der Beklagte jedoch wies auf sein Vorfahrtsrecht hin, zumal er die Geschwindigkeit nicht reduziert habe, da er den Blinker nur versehentlich gesetzt habe.

Dieser Argumentation schlossen sich die Richter zu großen Teilen an. Sie gaben der Klage nur in geringem Umfang statt.

Die Begründung:

Das Setzen des Blinkers darf nicht allein als Absicht des Abbiegens gewertet werden. Vielmehr sei ein weiteres eindeutiges Signal notwendig, wie z.B. die Herabsetzung der Geschwindigkeit des vorfahrtsberechtigen Fahrzeuges. Der Kläger konnte in diesem Fall jedoch nicht beweisen, dass der Beklagte seine Geschwindigkeit verlangsamt hatte.

Dennoch wurde die Klage nicht komplett zurück gewiesen, denn durch das Setzen des Blinkers trage der Beklagte eine Mitschuld an dem Unfall. So ging die Haftungsverteilung von 70 zu 30% zulasten des Klägers.

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